Theatergruppe INTERMEDIA

Schon mal mit Hamlet Tee getrunken? Oder in einer Tiefgarage Schlaflieder gehört? Mit INTERMEDIA ist alles möglich! Es gibt keine absurden Ideen. Die Frage ist, was man aus gewagten Ideen macht. Und wir machen Theater!

Wer sind wir?

Wir sind INTERMEDIA – die Theatergruppe der Deutschen Welle (DW), geboren am 15. Juli 2009 in Bonn in einer multinationalen Familie. Der Auslandssender Deutschlands ist unser Arbeitgeber. Täglich setzen wir uns mit den harten Fakten der Wirklichkeit auseinander. Die meisten von uns sind Journalisten oder haben mit Journalisten zu tun. Die Medien sind unser Beruf. Das Theater ist unsere Berufung.

Wir kommen aus Belarus, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Deutschland, Georgien, Großbritannien, Italien, Kroatien, Mexiko, Polen, Portugal, Russland, Serbien und der Ukraine. Die kulturelle Vielfalt ist eine große Herausforderung für die Theaterarbeit. Doch die gegenseitige Integration funktioniert perfekt. Dafür sprechen unsere Theaterstücke.

Was machen wir?

Wir entwickeln eigene Ideen und schreiben unsere Stücke selbst. Dabei greifen wir aktuelle gesellschaftliche Themen auf und suchen bewusst nach neuen Darstellungsformen. Wir binden neue Medien in unsere Aufführungen ein und gestalten diese interaktiv. Das Publikum macht immer mit. Manchmal performen wir an fürs Theater eher ungewöhnlichen Orten – am Weihnachtsmarkt oder im Zug.

Ganz wichtig!

2012 wurden wir mit der Inszenierung „Die Toten Seelen 2.0“ in der Sparte „Neue/ Aktuelle Theaterformen“ für den bundesweiten Deutschen Amateurtheaterpreis „Amarena“ nominiert. Wir sind unter die besten drei gekommen!
2013 wurden wir mit dem Preis des moldauischen Theaterfestivals Moldfest.Rampa.Ru für unser deutsch-russisches Stück „Prozent der Liebe“ in Chișinău ausgezeichnet.

Zwischen 2015 und 2018 hatten wir uns der Zukunft der Theater-Gruppe gewidmet. Bei manchen von uns entpuppte sich der Zeitraum als eine Babypause.

Repertoire

2010 „Quer durch die Welle“: eine theatralisierte Führung durch Raum, Zeit und Handlung. Fünf verschiedene Räume im Bonner Funkhaus der DW. Fünf Fragmente aus unterschiedlichen Theaterepochen – von Sophokles bis Fassbinder. Die Zuschauer wurden von einem Erzähler durch die Räume begleitet.

2011 „Die toten Seelen 2.0“: fünf Facebook-Profile, fünf Menschen, fünf Schicksale… Und das gelöschte Goethe-Profil, das sich zwischen der realen und der virtuellen Welt verirrt hat. Ein Stück zwischen Absurdität, Vitalität und Morbidität, in dem offline und online verschmelzen. Für diese Inszenierung wurden wir für den deutschen „Amarena“-Preis nominiert.

2012-2013 „96% Liebe“:  Wie gehen wir mit der Liebe um? Wie behandelt die moderne Literatur das Thema Liebe? Ein interaktives Experiment mit Elementen des Dokumentartheaters.  Ca. 300 DW-Mitarbeitenden haben wir danach gefragt, ob sie schon einmal verliebt waren. 96 Prozent der Befragten antworteten mit einem “Ja”. Die Antworten auf diese und andere “Liebesfragen” lieferten die Basis für unser Stück. Am Ende ist ein Mix aus Literaturinszenierung (drei verschiedene Liebesromane als Textvorlage) und Elementen des Dokumentartheaters entstanden. 2013 haben wir uns beim internationalen Theaterfestival MOLDFEST.RAMPA.RU in Moldau mit einer russischsprachigen Adaption beworben und wurden mit dem höchsten Preis /Hauptpreis der Festspiele ausgezeichnet.

2013 „Einfach so“: Keine Bühne und kein Zuschauersaal. Dem Zuschauer/der Zuschauerin wird eine Reise besonderer Art angeboten, über die er/sie keinerlei Informationen im Vorfeld erhält. Er/sie wird durch fünf verschiedene Räume geführt und steht allein, Tête-à-tête mit den Schauspielern (keine anderen Zuschauer mit dabei). Die Begegnungen sind ganz individuell, die Emotionen ebenso. Wie die kleine Alice betreten die Zuschauer ein “Wunderland”. Diese “andere” Welt sucht nicht nach dem Sinn des Lebens, sie existiert einfach so. Hier kann man, wenn auch nur für 30 Minuten, einfach wieder ein Kind sein. Dies ist ein Stück für alle, die sich gerne überraschen lassen und die einfach mal so Spaß haben möchten.

2014 „Euroma“/„Ljuba, Lesja und Lieselotte“: Dokumentartheater – ganz klassisch. Drei Damen erzählten uns ihre Geschichten. Die Kölnerin Lieselotte erlebte wie ihre Heimatstadt nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde. Die Familie von der Moskauerin Ljuba wurde in den Stalinzeiten als „volksfeindlich“ abgestempelt. Sie musste die Hauptstadt verlassen und in einem Gulag-Lager ein neues Leben aufbauen, soweit es möglich war. Die Ukrainerin Lesja verbrachte die Kriegsjahre als Zwangsarbeiterin in Deutschland. Diese drei höchst persönliche Geschichten wurden zu einem Stück über Frauenschicksale im 20. Jahrhundert von uns inszeniert.

2019/2020 „Wahlifikation“: Wie funktionieren Wahlen? Was steckt dahinter? Werden wir betrogen? Wählen wir richtig? Haben wir wirklich die Wahl? Das aktuelle Stück der DW-Theatergruppe sucht nach den Antworten dieser Fragen, gemeinsam mit dem Publikum. Jede/r Schauspieler/in stellt die Rede eines berühmten Politikers so dar, dass keiner den Ursprung erkennen kann. Die Zuschauer müssen am Ende denjenigen Politiker wählen, der ihnen am meisten zugesprochen hat. Und da kann man sich echt irren! Ein Spaziergang durch die DW mit einer Überraschung als Krönung. Also: Wen wählen wir eigentlich, wenn wir wählen?
Das Stück ist ständig im Wandel. Die Politiker werden ausgetauscht, so dass das Publikum immer aufs Neue ausgetrickst wird.

2019/2020 „MärchenMagazin – MäMa“ (Arbeitstitel): Warum lesen wir unseren Kindern alte Märchen vor? Sind diese Märchen nicht zu alt für die moderne Welt? Wir stellen die Märchen vor Gericht – im Rahmen eines Talkshows. Die Geschworenen sind im Publikum und sie entscheiden, welches Märchen weiterhin existieren darf und welches nicht. Unser neues Stück ist eine Art TÜV für die alte Märchenwelt. Und an Absurdität darf es nicht fehlen: Schneewittchen verliebt sich in einen Zwerg; Aschenputtel erzählt über die Leiden einer jungen Mutter, Rotkäppchen wird von ihrer eigenen Mutter gemobbt und ist deswegen mit dem Wolf befreundet… 

Projekte/Weiterbildung

2011 Zug-Theater: Wir dachten uns einen kurzen Text aus und haben den in der Bahn zwischen Bonn und Köln aufgeführt. Spontan. Die Fahrgäste wussten von nichts und wurden gezwungenermaßen zu unserem Publikum. Die Inszenierung ist gelungen! Danach sah es wenigstens aus…

2014 Workshop „Sprechtraining – Körperstimme – Präsentation“ mit dem Schauspieler und Sprechtrainer Martin Pfisterer aus München

2015 Workshop für Waisenkinder aus Donezk: Die DW-Theatergruppe hat in der DW um Spenden für ein Waisenhaus für Kinder aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine, in der Nähe von Kiew, gebeten. Die DW-Schauspieler brachten für die Kids Geld und Geschenke und haben im Waisenhaus einen Schauspiel-Workshop durchgeführt.  

2015 Kinder und ihre Kriegstagebücher: Die sowjetischen und die deutschen Kinder führten während des Krieges Tagebücher – sie schrieben über die großen Schrecken des Krieges und über die wenigen glücklichen Momente. Diese Tagebücher wollten wir als Basis für ein Stück nehmen.

2016 Workshop „Wie man Theater macht“ mit der Schauspielrein und Schauspieltrainerin   Maira Ribeiro aus Portugal

Kontakte:

theater-ag@dw.com